Achterbahn Kritik
Ein Stück mit Raffinesse, die sich nicht jedem Zuschauer auf Anhieb erschließt... ER: etwas angewelkter, finanziell gut ausgestatteter älterer Herr. Sie: Jung, zurückhaltend, attraktiv. Abendverlauf: Bar, Wohnung ... Bett? Hättet ihr wohl gerne! (...soviel kann man verraten: er auch!)

Doch erstens kommt alles anders und zweitens als man denkt. Nach dem kurzem Smalltalk in der Bar geht es in seiner Wohnung nicht gleich heiß her, sonder er muss sich erst einem psychologischem Verhör unterziehen. Nachdem die junge Frau sich mit dem verheirateten Mann ein verbales Duell geliefert hat ist sie im Begriff die Wohnung zu verlassen. Doch er gibt sich nicht so leicht geschlagen und nach einem weiteren Schlagabtausch wird sie auf einmal sehr freizügig. Er fällt aus allen Wolken als sie ihren Preis nennt. Zerrissen zwischen seinem stark gekränkten Ego und der Verzweiflung des Alters lenkt er schließlich ein. Doch kaum ist man sich handelseinig geworden vollzieht ihre Persönlichkeit einen erneuten schizophren wirkenden Wechsel: Erst naive Frau, dann heiße Professionelle gibt sie nun die nüchterne Journalistin. Er wird darüber aufgeklärt, soeben als Versuchsobjekt für eine Reportage von den Fremdgehmethoden reifer verheirateter Männer aufgestiegen zu sein. Doch der Zuschauer, welcher sich schon in der Hoffnung wiegelt das Spiel verstanden zu haben, sieht kurz darauf wieder ein Fragezeichen vor seinem geistigen Auge aufblinken. Schnitt, nächster Morgen: Verkatert, ohne Erinnerung mit einem Glas Wasser und Aspirin in der Hand sieht er sich plötzlich wieder der jungen Frau, diesmal im Morgenmantel der Ehefrau gegenüber. Konfrontiert mit einer angeblich heißen Nacht bemüht er sich zumindestens seine Qualitäten als Liebhaber herauszufinden. Plötzlich eröffnet sie ihm, von seiner Frau angeheuert worden zu sein. Doch nach dem Verlauf der Nacht sind sich beide einig diese nicht öffentlich zu machen.

Während der Zuschauer sich schon endlich entspannt zurücklehnt, bekommt das ganze kurz vor Schluss eine unerwartete Wendung. An dieser Stelle könnten wir Rücksicht auf eure Theaterbegeisterung nehmen und nicht die Pointe verraten. (Dies ist eine gute Gelegenheit den nächsten Satz zu überspringen!)

Die vermeidlich naive junge Frau/Prostituierte/Journalistin und Treuetesterin outet sich schließlich als seine unehelich verkannte Tochter.

  Der Titel verspricht nicht zu viel, das Stück gleicht einer emotionalen Achterbahnfahrt. Durch ihr schauspielerisches Talent und ihr Bühnenerfahrung gelingt es den beiden Darsteller Susanne Schäfer und Peter Bongartz, mühelos ihr Publikum über beide Akte hinweg in ihren Bann zu ziehen.

Vorstellungen: 10.-12. Januar 2010 | Großes Haus E.T.A Hoffann Theater

Text: Carolin Fügener, Andreas Benker
Bilder: Loredana La Rocca
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